Depression und Intelligenzminderung

Geistig behinderte Menschen, sind Menschen mit besonderen Bedürfnissen. Aber ansonsten sind sie wie wir, und sie erkranken natürlich auch an den gleichen Erkrankungen. Wenn jeder 2. Mensch im Laufe seines Lebens an einer Depression erkrankt, gilt das natürlich auch für jeden 2. Menschen mit besonderen Bedürfnissen.

Somit ist die Depression wohl die am häufigsten nicht erkannte Krankheit bei einem Menschen mit einer Intelligenzminderung.

Geistig behinderte Menschen sind oft nicht in der Lage zu sprechen. Bei schwerer und schwerster geistiger Behinderung muss man sich einen Patienten vorstellen, Depression und Intelligenzminderung weiterlesen

Heultage, Postpartale Depressionen und postpartale Psychosen

Die schönste Zeit des Lebens, oder eher ?

• Heulanfälle
• Stimmungsschwankungen
• Angstgefühle
• Schlafstörungen
• Depressive Stimmung
• Gefühllosigkeit
• Antriebslosigkeit
• Selbstmordimpulse

Die Stimmung nach einer Geburt ist in den seltensten Fällen ausgeglichen. Durch die Strapazen der Schwangerschaft, das Trauma der Geburt, die Schlaflosigkeit durch ein nachts unruhiges Baby welches regelmäßig gestillt werden muss, und nicht zuletzt durch die massive Hormonumstellung zum Zeitpunkt der Geburt kommt es bei fast allen Müttern zu Gemütsstörungen welche in verschiedenen Formen auftreten können: Heultage, Postpartale Depressionen und postpartale Psychosen weiterlesen

Demenz im ICD-10-WHO

Demenz (F00-F03)

ist ein Syndrom als Folge einer meist chronischen oder fortschreitenden Krankheit des Gehirns mit Störung vieler höherer kortikaler Funktionen, einschließlich Gedächtnis, Denken, Orientierung, Auffassung, Rechnen, Lernfähigkeit, Sprache und Urteilsvermögen. Das Bewusstsein ist nicht getrübt. Die kognitiven Beeinträchtigungen werden gewöhnlich von Veränderungen der emotionalen Kontrolle, des Sozialverhaltens oder der Motivation begleitet, gelegentlich treten diese auch eher auf. Dieses Syndrom kommt bei Alzheimer-Krankheit, bei zerebrovaskulären Störungen und bei anderen Zustandsbildern vor, die primär oder sekundär das Gehirn betreffen.

Soll eine zugrunde liegende Krankheit angegeben werden, ist eine zusätzliche Schlüsselnummer zu benutzen.

F00*Demenz bei Alzheimer-Krankheit (G30.-†)

Die Alzheimer-Krankheit ist eine primär degenerative zerebrale Krankheit mit unbekannter Ätiologie und charakteristischen neuropathologischen und neurochemischen Merkmalen. Sie beginnt meist schleichend und entwickelt sich langsam aber stetig über einen Zeitraum von mehreren Jahren.

F00.0*Demenz bei Alzheimer-Krankheit, mit frühem Beginn (Typ 2) (G30.0†)

Demenz bei Alzheimer-Krankheit mit Beginn vor dem 65. Lebensjahr. Der Verlauf weist eine vergleichsweise rasche Verschlechterung auf, es bestehen deutliche und vielfältige Störungen der höheren kortikalen Funktionen.

Alzheimer-Krankheit, Typ 2

Präsenile Demenz vom Alzheimer-Typ

Primär degenerative Demenz vom Alzheimer-Typ, präseniler Beginn

F00.1*Demenz bei Alzheimer-Krankheit, mit spätem Beginn (Typ 1) (G30.1†)

Demenz bei Alzheimer-Krankheit mit Beginn ab dem 65. Lebensjahr, meist in den späten 70er Jahren oder danach, mit langsamer Progredienz und mit Gedächtnisstörungen als Hauptmerkmal.

Alzheimer-Krankheit, Typ 1

Primär degenerative Demenz vom Alzheimer-Typ, seniler Beginn

Senile Demenz vom Alzheimer-Typ (SDAT)

F00.2*Demenz bei Alzheimer-Krankheit, atypische oder gemischte Form (G30.8†)

Atypische Demenz vom Alzheimer-Typ

F00.9*Demenz bei Alzheimer-Krankheit, nicht näher bezeichnet (G30.9†)

F01Vaskuläre Demenz

Die vaskuläre Demenz ist das Ergebnis einer Infarzierung des Gehirns als Folge einer vaskulären Krankheit, einschließlich der zerebrovaskulären Hypertonie. Die Infarkte sind meist klein, kumulieren aber in ihrer Wirkung. Der Beginn liegt gewöhnlich im späteren Lebensalter.

Inkl.:

Arteriosklerotische Demenz

F01.0Vaskuläre Demenz mit akutem Beginn

Diese entwickelt sich meist sehr schnell nach einer Reihe von Schlaganfällen als Folge von zerebrovaskulärer Thrombose, Embolie oder Blutung. In seltenen Fällen kann eine einzige massive Infarzierung die Ursache sein.

F01.1Multiinfarkt-Demenz

Sie beginnt allmählich, nach mehreren vorübergehenden ischämischen Episoden (TIA), die eine Anhäufung von Infarkten im Hirngewebe verursachen.

Vorwiegend kortikale Demenz

F01.2Subkortikale vaskuläre Demenz

Hierzu zählen Fälle mit Hypertonie in der Anamnese und ischämischen Herden im Marklager der Hemisphären. Im Gegensatz zur Demenz bei Alzheimer-Krankheit, an die das klinische Bild erinnert, ist die Hirnrinde gewöhnlich intakt.

F01.3Gemischte kortikale und subkortikale vaskuläre Demenz

F01.8Sonstige vaskuläre Demenz

F01.9Vaskuläre Demenz, nicht näher bezeichnet

F02*Demenz bei anderenorts klassifizierten Krankheiten

Formen der Demenz, bei denen eine andere Ursache als die Alzheimer-Krankheit oder eine zerebrovaskuläre Krankheit vorliegt oder vermutet wird. Sie kann in jedem Lebensalter auftreten, selten jedoch im höheren Alter.

F02.0*Demenz bei Pick-Krankheit (G31.0†)

Eine progrediente Demenz mit Beginn im mittleren Lebensalter, charakterisiert durch frühe, langsam fortschreitende Persönlichkeitsänderung und Verlust sozialer Fähigkeiten. Die Krankheit ist gefolgt von Beeinträchtigungen von Intellekt, Gedächtnis und Sprachfunktionen mit Apathie, Euphorie und gelegentlich auch extrapyramidalen Phänomenen.

F02.1*Demenz bei Creutzfeldt-Jakob-Krankheit (A81.0†)

Eine progrediente Demenz mit vielfältigen neurologischen Symptomen als Folge spezifischer neuropathologischer Veränderungen, die vermutlich durch ein übertragbares Agens verursacht werden. Beginn gewöhnlich im mittleren oder höheren Lebensalter, Auftreten jedoch in jedem Erwachsenenalter möglich. Der Verlauf ist subakut und führt innerhalb von ein bis zwei Jahren zum Tode.

F02.2*Demenz bei Chorea Huntington (G10†)

Eine Demenz, die im Rahmen einer ausgeprägten Hirndegeneration auftritt. Die Störung ist autosomal dominant erblich. Die Symptomatik beginnt typischerweise im dritten und vierten Lebensjahrzehnt. Bei langsamer Progredienz führt die Krankheit meist innerhalb von 10 – 15 Jahren zum Tode.

Demenz bei Huntington-Krankheit

F02.3*Demenz bei primärem Parkinson-Syndrom (G20†)

Eine Demenz, die sich im Verlauf einer Parkinson-Krankheit entwickelt. Bisher konnten allerdings noch keine charakteristischen klinischen Merkmale beschrieben werden.

Demenz bei:

  • Paralysis agitans
  • Parkinsonismus oder Parkinson-Krankheit

F02.4*Demenz bei HIV-Krankheit [Humane Immundefizienz-Viruskrankheit] (B22.0†)

Eine Demenz, die sich im Verlauf einer HIV-Krankheit entwickelt, ohne gleichzeitige andere Krankheit oder Störung, die das klinische Bild erklären könnte.

F02.8*Demenz bei anderenorts klassifizierten Krankheitsbildern

Demenz (bei):

  • Epilepsie (-†)
  • hepatolentikulärer Degeneration [M. Wilson] (0†)
  • Hyperkalziämie (5†)
  • Hypothyreose, erworben (-†, E03.-†)
  • Intoxikationen (T36-T65†)
  • Multipler Sklerose (G35†)
  • Neurosyphilis (1†)
  • Niazin-Mangel [Pellagra] (E52†)
  • Panarteriitis nodosa (0†)
  • systemischem Lupus erythematodes (-†)
  • Trypanosomiasis (-†, B57.-†)
  • Urämie (5†)
  • Vitamin-B12-Mangel (8†)
  • zerebraler Lipidstoffwechselstörung (-†)

F03Nicht näher bezeichnete Demenz

Inkl.:

Präsenil:

  • Demenz o.n.A.
  • Psychose o.n.A.

Primäre degenerative Demenz o.n.A.

Senil:

  • Demenz:
    • depressiver oder paranoider Typus
    • n.A.
  • Psychose o.n.A.

Exkl.:

Senile Demenz mit Delir oder akutem Verwirrtheitszustand (F05.1)

Senilität o.n.A. (R54)

© Copyright WHO, DIMDI 1994 – 2013

Delir im ICD-10-WHO

F05 Delir, nicht durch Alkohol oder andere psychotrope Substanzen bedingt

Ein ätiologisch unspezifisches hirnorganisches Syndrom, das charakterisiert ist durch gleichzeitig bestehende Störungen des Bewusstseins und der Aufmerksamkeit, der Wahrnehmung, des Denkens, des Gedächtnisses, der Psychomotorik, der Emotionalität und des Schlaf-Wach-Rhythmus. Die Dauer ist sehr unterschiedlich und der Schweregrad reicht von leicht bis zu sehr schwer.

Inkl.:

Akut oder subakut:

  • exogener Reaktionstyp
  • hirnorganisches Syndrom
  • psychoorganisches Syndrom
  • Psychose bei Infektionskrankheit
  • Verwirrtheitszustand (nicht alkoholbedingt)

Exkl.:

Delirium tremens, alkoholbedingt oder nicht näher bezeichnet (F10.4)

F05.0Delir ohne Demenz

F05.1Delir bei Demenz

Diese Kodierung soll für Krankheitsbilder verwendet werden, die die oben erwähnten Kriterien erfüllen, sich aber im Verlauf einer Demenz entwickeln (F00-F03).

F05.8Sonstige Formen des Delirs

Delir mit gemischter Ätiologie

Postoperatives Delir

F05.9Delir, nicht näher bezeichnet

F06Andere psychische Störungen aufgrund einer Schädigung oder Funktionsstörung des Gehirns oder einer körperlichen Krankheit

Diese Kategorie umfasst verschiedene Krankheitsbilder, die ursächlich mit einer Hirnfunktionsstörung in Zusammenhang stehen als Folge von primär zerebralen Krankheiten, systemischen Krankheiten, die sekundär das Gehirn betreffen, exogenen toxischen Substanzen oder Hormonen, endokrinen Störungen oder anderen körperlichen Krankheiten.

Exkl.:

In Verbindung mit Demenz, wie unter F00-F03 beschrieben

Psychische Störung mit Delir (F05.-)

Störungen durch Alkohol oder andere psychotrope Substanzen (F10-F19)

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Antidepressiva erhöhen doch nicht das Suizidrisiko!

Es gibt eine Warnung der amerikanischen Gesundheitsbehörde, das Patienten welche eine Behandlung mit Antidepressiva bekommen, gut überwacht werden müssen. Der Grund für diese Überwachung war und ist, dass beobachtet wurde, das Patienten, welche auf ein Antidepressivum eingestellt wurden, häufiger Selbstmord begehen.

Diese Beobachtung wurde immer wieder in diversen Medien ausgeschlachtet, und es gab immer wieder Warnungen vor Psychopharmaka.

Ist diese Warnung begründet?
In einer Studie aus 2011 mit dem Titel: „Antidepressants and risks of suicide and suicide attempts: a 27-year observational study“ aus dem anerkannten Journal of Clinical Psychiatry.  wurden in 5 US-amerikanischen medizinischen Zentren 757 Teilnehmer, die von 1979 bis 1981 an einer Episode einer Manie, Depression oder schizoaffektive Störung litten über 27 Jahre weiter  beobachtet. Antidepressiva erhöhen doch nicht das Suizidrisiko! weiterlesen

Herzlich Wilkommen

Auf dieser Seite finden Sie Informationen zu allen Themen der Psychiatrie. Dies ist nicht die Homepage meiner Ordination, meine Ordination mit dem Schwerpunkt Verhaltensauffälligkeiten bei geistiger Behinderung finden Sie unter: http://www.kainz.at

Beachten Sie bitte, das ich Ihnen auf dieser Seite als Psychiater Informationen über psychische Erkrankungen geben möchte. Die Informationen ersetzen aber in keinen Fall den Besuch eines Psychiaters, wenn Sie an einer psychischen Krankheit leiden.

Oslo-Attentäter

Ist der Oslo-Attentäter psychisch krank?

Natürlich, aber deshalb ist er nicht weniger schuldig!

Ein Mensch der völlig grundlos und kaltblütig unschuldige Kinder erschießt, ist sicherlich ein Psychophath. Als solcher ist er vermutlich aus Psychiatrischer Sicht mit einer Dissozialen Persönlichkeitssörung zu diagnostizieren. Oslo-Attentäter weiterlesen

Warum haben Psychopharmaka einen schlechten Ruf?

Psychopharmaka sind Medikamente, welche eine Krankheit des Gehirns bzw des Geistes heilt oder mildert. Hier ist schon das erste Problem, eine Krankheit im Kopf – das kann nicht sein – das darf nicht sein!

Aber das Gehirn ist nun einmal das komplizierteste Organ im Körper, und es kann – nein es wird – wie jedes andere Organ das eine oder andere mal erkranken. Stellen Sie sich vor, alle Menschen die eine Grippe hätten, würden sich so maßlos davor fürchten, wie vor einer Erkrankung des Gehirns. Warum haben Psychopharmaka einen schlechten Ruf? weiterlesen

Suizid-es gibt einen Ausweg

Markus Schöck

Menschen, die an eine Selbsttötung denken befinden sich in einem besonderen Ausnahmezustand. Sie stehen vor Problemen für die es vermeintlich keine Lösungen gibt. Das Gefühl vor einer verschlossenen Tür zu stehen oder einer unüberwindlichen Wand treibt diese Menschen in eine Spirale, an deren Ende die Selbsttötung steht.

Man spricht hier von einer „suizidalen Entwicklung“, sie wird von W. Pöldinger im Jahr 1968 wie folgt beschrieben: Suizid-es gibt einen Ausweg weiterlesen