Oslo-Attentäter

Ist der Oslo-Attentäter psychisch krank?

Natürlich, aber deshalb ist er nicht weniger schuldig!

Ein Mensch der völlig grundlos und kaltblütig unschuldige Kinder erschießt, ist sicherlich ein Psychophath. Als solcher ist er vermutlich aus Psychiatrischer Sicht mit einer Dissozialen Persönlichkeitssörung zu diagnostizieren.

Diese psychiatrische Störung ist wie folgt beschrieben: „Eine Persönlichkeitsstörung, die durch eine Missachtung sozialer Verpflichtungen und herzloses Unbeteiligtsein an Gefühlen für andere gekennzeichnet ist. Zwischen dem Verhalten und den herrschenden sozialen Normen besteht eine erhebliche Diskrepanz. Das Verhalten erscheint durch nachteilige Erlebnisse, einschließlich Bestrafung, nicht änderungsfähig. Es besteht eine geringe Frustrationstoleranz und eine niedrige Schwelle für aggressives, auch gewalttätiges Verhalten, eine Neigung, andere zu beschuldigen oder vordergründige Rationalisierungen für das Verhalten anzubieten, durch das der betreffende Patient in einen Konflikt mit der Gesellschaft geraten ist.“

Aber das trifft auf die meisten Gewalttäter zu. Wichtig ist hierbei, ob eine „Erkrankung“ als Rechtfertigung herangezogen werden kann, ob die Erkrankung dem Täter in irgend einer Form von der Schuld befreit, und das ist aus meiner Sicht (ohne die Fakten ausreichen zu kennen) zu verneinen. Der Täter hat völlig klar und bewusst die Wahnsinnstat begangen.

Wenn in so einem Fall bei uns eine psychische Erkrankung diagnostiziert werden würde, käme es wohl zu einem Maßnahmenvollzug gegen einen zurechnungsfähige geistig abnorme Rechtsbrecher. Das würde bedeuten, dass der Täter trotz seiner Erkrankung die Strafe „absitzen“ müsste, gleichzeitig aber auch psychiatrisch behandelt werden könnte. Weiters könnte er auch über die eigentliche Haft hinaus angehalten werden, wenn er nach der Haftstrafe weiterhin als gefährlich einzuschätzen wäre. Somit ist eine derartige Verurteilung als weitergehendes Urteil und nicht als mildernd einzuschätzen.

Es ist wichtig zwischen Persönlichkeitsstörungen und akut auftretenden psychischen Erkrankungen zu unterscheiden. Eine Persönlichkeitsstörung ist viel näher der Persönlichkeit als der Störung bzw der Erkrankung.

Es ist auf jeden Fall immer wieder bestürzend wie bösartig Menschen sein können, Menschen die ansonsten völlig unauffällig sind. Psychisch kranke Menschen sind abseits der Persönlichkeitsstörungen und der Sucht nur selten bösartig, und auch nur selten eine Gefahr für andere.